Donnerstag, 10 Juli 2025 18:03

Siegfried Schulz (1939 in Königsberg, 2025 in Waldenbuch): Theologe, Pädagoge, Historiker Empfehlung

geschrieben von
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Siegfried Schulz 1939-2025 Siegfried Schulz 1939-2025 Ekkehard Henschke

Freundschaft ist ein hohes Gut. Das habe ich wie viele andere gespürt, die zur Trauerfeier für Siegfried Schulz kamen und den Verlust wahrnahmen. Der ein Jahr Ältere, der am 28. Dezember 1939 im ehemaligen Königsberg geboren wurde, starb am 07. Juni 2025 im schwäbischen Waldenbuch. Er war über fünfzig Jahre ein persönlicher Freund, aber auch ein Menschenfreund, der diese Eigenschaften auf seinen vielen Reisen und Wanderungen immer wieder bewies. Als protestantischer Theologe, Pädagoge, Historiker und politischer Mensch vermochte er, das Christsein in Wort und Tat  zu leben. Seine aus Hamburg stammende Frau Anneliese, ebenfalls Theologin, war ihm eine starke Stütze dabei. Mir fällt als vergleichbare Persönlichkeit spontan der ältere Theologe Helmut Gollwitzer (1908-1993) ein, dem wir, Siegfried und ich, auch in Schwaben begegnet sind. Die Friedensbewegung führte uns in den 1980er Jahren zusammen.  

In zahlreichen Publikationen hat Siegfried Schulz seine Gedanken und historischen Forschungen festgehalten. Dazu gehören die im Privatdruck erschienenen, unverkäuflichen „Einblicke“. Sein letztes Werk „Einblicke 5. Bemerkungen, Beobachtungen und Bedenken zu aktuellen und historischen Schlagwörtern und Ereignissen“ von 2024 ist eine mahnende Schrift, besonders das letzte, auf einen Vortrag zurückgehende Kapitel:

Warum Krieg? Eine unendliche Reise durch mehr als 2000 Jahre auf der Suche nach Frieden“. Gegen Schluss formuliert er: „Wir haben es in der Hand, nicht immer wieder falsch abzubiegen, uns nicht erneut in einen Krieg zu verrennen, - wenn wir es denn wollten. Diese Hoffnung in gestaltete Politik zu verwandeln, liegt in unseren Händen. Ja, es wird immer Kriege geben. Das ist meine bittere Erkenntnis dieser Jahre. Deshalb lässt Erasmus von Rotterdam [gest. 1536] seine Friedensgöttin klagen. Sie findet nirgendwo eine endgültige Heimat. Und deshalb beginnt [Immanuel] Kant [gest. 1804] seine Schrift mit dem makabren Hinweis auf die Gastwirtschaft zum Ewigen Frieden. Frieden, so seine sarkastische Botschaft finden wir Menschen erst auf dem Friedhof. – Ja, es wird immer unsere Aufgabe bleiben, unsere eigenen und fremde Aggressionen einzuhegen.“ (S. 88).

Gelesen 4687 mal
Mehr in dieser Kategorie: « Wahlen und Wirren 2025

6 Kommentare

  • Kommentar-Link jostoto Freitag, 28 November 2025 15:05 gepostet von jostoto

    Schulz’s works reflect a rare combination of wisdom, empathy, and scholarly discipline.
    jostoto

  • Kommentar-Link kastoto Freitag, 21 November 2025 14:41 gepostet von kastoto

    Schulz combined deep compassion with profound intellectual strength, making him a truly admirable figure.
    kastoto

  • Kommentar-Link kastoto Freitag, 14 November 2025 06:29 gepostet von kastoto

    His lifelong commitment to education and scholarship left an enduring legacy in both academia and the wider community.
    kastoto

  • Kommentar-Link kastoto Freitag, 07 November 2025 09:37 gepostet von kastoto

    Schulz’s historical works stand as a testament to his rigorous methodology and passion for uncovering truth.
    kastoto

  • Kommentar-Link SlotJOS Freitag, 05 September 2025 07:48 gepostet von SlotJOS

    As a historian, he approached every topic with rigor, care, and a keen sense of historical context.
    SlotJOS

  • Kommentar-Link jostoto Samstag, 12 Juli 2025 08:38 gepostet von jostoto

    Through his work as a historian, he meticulously illuminated the past, offering valuable lessons for the present and future.

    jostoto

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.